DSL News

17.08.2006

VoIP-Stau auf der Datenautobahn

Der deutsche Chiphersteller Infineon hat sich eine ganz besondere Technik patentieren lassen: Mit einem Störfeuer an Datenmüll sollen Netzbetreiber in Zukunft Gespräche per VoIP verhindern können. Gerade die großen Telekommunikationsfirmen wie Arcor oder die Deutsche Telekom könnten ein reges Interesse an dieser Idee haben, um die Kunden zur Nutzung normaler Telefonanschlüsse zu zwingen.

Seitdem der Markt für VoIP-Angebote dermaßen wächst wie in den letzten Monaten, haben viele Telekommunikationsunternehmen ein Problem. Die Nutzung des herkömmlichen Festnetzanschlusses ist rückläufig. Kunden weichen wegen der günstigeren Minutenpreise vermehrt auf die Internet Telefonie aus.

Infineon findet eine Lösung

Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) hat sich die deutsche Firma Infineon eine einfache, aber effiziente Lösung für dieses Problem patentieren lassen. Sie schlägt die bisherige VoIP-Technik mit ihren eigenen Waffen. Werden bisher die Datenpakete der Internet-Telefonie bevorzugt an den Knoten der unterschiedlichen Netze im Internet behandelt, um eine qualitativ hochwertige Verbindung zu garantieren, überschwemmt die Störtechnik von Infineon einfach das Netz mit angeblichen VoIP-Datenpaketen. An den Netzknoten kommt es zu einem Stau, von dem das normale Surfen nicht betroffen ist. Nur Datenpakete der Internet Telefonie können nicht mehr so schnell weitergeleitet werden wie bisher. Verbindungsabbrüche und schlechte Sprachqualität sind die Folge. Vermutlich verlieren die VoIP-Nutzer schnell die Freude an der neuen Technik und greifen wieder auf das herkömmliche Festnetz zurück.

Einsatz ist jedoch fraglich

Aus Sicht der großen Telekommunikationsfirmen hätte diese Technik gewiss ihre Reize. Auch weil sie es schafft, alle Spuren dieses Treibens zu verwischen. Somit könnte kaum jemand den Netzbetreiber den Einsatz der Störtechnik nachweisen. Dennoch möchte keine Telefonanbieter seinen Kunden eine solche Sabotage-Aktion derzeit zumuten, um sie nicht zu verärgern und möglicherweise erst zu einem Anbieterwechsel anzustacheln.