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VDSL-Streit mit EU geht in die heiße Phase
Gerade noch rechtzeitig vor Fristablauf hat die Deutsche Bundesregierung gestern Abend Stellung zum VDSL-Streit mit der EU-Komission genommen. Eine Lösung scheint dennoch nicht in Sicht.
Der Streit um das deutsche VDSL-Netz zwischen der Bundesregierung und der EU dauert mittlerweile schon Monate an. Im Grundsatz geht es darum, ob die Deutsche Telekom als Besitzerin des Hochgeschwindigkeitsnetzes für einen bestimmten Zeitraum die alleinige Nutzung beanspruchen darf. Konkurrenten würde der Zugang zum VDSL-Netz vorläufig verwehrt. Damit würde im Bereich der 25 bis 50 Mbit/s schnellen Internetzugänge ein neues Monopol in Deutschland entstehen, das auch der EU ein Dorn im Auge ist.
Regulierungsferien für das VDSL-Netz?
Mit der Verabschiedung des neuen Telekommunikationsgesetzes vor etwa vier Wochen hat die Deutsche Bundesregierung der Forderung der Telekom entsprochen und das VDSL-Netz von einer Regulierung ausgenommen. Damit besteht für andere Telekommunikationsfirmen vorerst keine Möglichkeit, auch Produkte auf VDSL-Basis zu verkaufen.
EU will Öffnung erzwingen
Mit diesem Entschluss ist EU-Medienkommissarin Viviane Reding überhaupt nicht einverstanden, weil der wichtige Telekommunikationsmarkt in seiner Freiheit beschränkt wird. Bis gestern Abend hatte die Bundesregierung Zeit, eine Stellungnahme zur Lösung des Problems abzugeben. Bisher sind keine weiteren Inhalte des Schreibens bekannt sind. Jedoch hat Reding heute verlauten lassen, dass sie mit dem Brief aus Berlin nicht zufrieden sei und daher auf die angekündigte Klage vor dem Europäischen Gerichtshof drängen werde. Mit einem Urteil könnte die Bundesregierung dann gezwungen werden, das Telekommunikationsgesetz entsprechend abzuändern.
Alle weiteren Informationen zu den neuen VDSL-Anschlüssen finden Sie hier. Derzeit bietet T-Online VDSL-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von 25 Mbit/s und 50 Mbit/s an.
