DSL News

13.09.2006

Telekom muss Mitbewerbern Bitstromzugang gewähren

Die Bundesnetzagentur hat heute die Deutsche Telekom in einem Beschluss dazu verpflichtet, ihren Mitbewerbern einen Bitstrom-Zugang zu gewähren. Eine entsprechende Verfügung hat die Behörde in ihrem Amtsblatt und auf ihrer Website veröffentlicht.

Die Behörde schließt mit dem Beschluss auch ADSL2+-, VDSL- und SDSL-Zugänge ausdrücklich mit ein. Bisher waren Zugangsvarianten wie Resale und die Backboneanbindungen ZISP und ISP-Gate verfügbar. Diese seien jedoch keine Bitstrom-Zugangsprodukte im Sinn des heutigen Beschlusses. Auch die EU-Kommision hatte gefordert, VDSL in die Regulierung mit einzubeziehen.

Telekom gibt klein bei

Im Vorfeld hatte die Telekom insbesondere der Einbeziehung von VDSL-Anschlüssen heftig widersprochen und mit einem Ausbaustopp gedroht. Laut Bundesnetzagentur ist VDSL zwar schneller, bietet jedoch keine neuen Anwendungsmöglichkeiten, die sich nicht auch mit ADSL oder ADSL2+ realisieren ließen. Damit sei keine Grundlage für eine Ausnahme von der Regulierung vorhanden. Nun hat die Telekom drei Monate Zeit, um ein genehmigungspflichtiges Standardangebot für den IP-Bitstromzugang zu erstellen. Wettbewerber sollen auf diese Art die Zugangsleistungen einfach und zu nicht-diskriminierenden Bedingungen beziehen können. Als Grundlage für die Entgelte dienen laut Bundesnetzagentur "die Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung", nicht die realen Kosten.

Gut für die Verbraucher

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, äußerte sich positiv: "Aufgrund der heutigen Entscheidung zum IP-Bitstrom werden die Verbraucher künftig eine noch größere Auswahl an qualitativ hochwertigen und preisgünstigen Breitbandangeboten haben." Die Breitbandnutzung solle so weiter gefördert werden. Wie sich der Markt tatsächlich entwickelt, ist jedoch erst abzusehen, wenn Preisstruktur und Details des Telekom-Angebots in drei Monaten veröffentlicht werden.