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Internet-Behördengänge in Deutschland wenig verbreitet
In einer aktuellen Studie der Europäischen Kommission zur Bereitstellung von Internet-Diensten durch die öffentliche Hand schneidet Deutschland erschreckend schlecht ab. Von 15 untersuchten Kernländern der EU belegt Deutschland nur den drittletzten Platz.
Alles könnte so einfach sein: Mit steigender Verbreitung schneller DSL-Anschlüsse könnten auch alltägliche Dinge wie Ummeldungen nach Umzügen oder das Beantragen eines Reisepasses bequem per Internet abgewickelt werden. Zumindest einer zeitsparenden und von Öffnungszeiten unabhängigen Beantragung stünden kaum Sicherheitsbedenken im Weg. Doch die deutschen Ämter und Behörden sind schlecht auf das so genannte E-Government - die elektronische Verwaltung per Internet - vorbereitet.
Fast alle EU-Staaten können es besser
Wie die Studie der EU nun festgestellt hat, nutzen deutsche Behörden das Internet noch immer hauptsächlich zur Selbstdarstellung. Nur selten werden dem Bürger darüber hinausgehende Services angeboten. Ein Grund dafür ist einmal mehr das häufige Kompetenz-Wirrwar zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Dass es auch anders geht, zeigen Österreich und Schweden als Sieger des Vergleichs. Schlechter als Deutschland schneiden nur noch Griechenland und Luxemburg ab.
E-Government spart Kosten und verbessert den Service
Der Vizepräsident des Branchenverbands BITKOM, Menno Harms, bezeichnet die für Deutschland schlechten Ergebnisse der EU-Studie dementsprechend knapp als "Armutszeugnis". Seiner Meinung nach steht für das Land und seine Bürger eine Menge auf dem Spiel: "Elektronische Dienste sparen Kosten und verbessern den Service für Bürger und Unternehmen". Spätestens mit der weiteren Verbreitung von digitalen Signaturen, die einer elektronischen Unterschrift gleichen, werden auch Ämter und Behörden ihre Internet-Services weiter ausbauen. Bisher hat dieses Thema jedoch in der Öffentlichkeit noch nicht die benötigte Aufmerksamkeit erfahren.
