DSL News

26.10.2006

DSL für das platte Land

Weil die Deutsche Telekom in ländlichen Gebieten beim DSL-Ausbau immer erst dann aktiv wird, wenn ihr ansonsten Konkurrenten ein Stück vom Kuchen wegnehmen würden, wird nun mit EU-Hilfe nach Alternativen gesucht. Mit Fördermitteln aus Brüssel forscht die Fachhochschule Stralsund in acht Ostseeanrainerstaaten nach kabelgebundenen DSL-Alternativen.

Nur 14 % der bundesdeutschen Bevölkerung kann bisher in den Genuss eines herkömmlichen DSL-Zugangs kommen. Wie gering diese Zahl ist, zeigt der Vergleich mit Holländern und Dänen: Gut doppelt soviele Bürger haben dort die Chance, per DSL Zugang zum Internet zu finden. Hinzu kommt das Problem, dass gerade bevölkerungsschwache Gebiete stets die letzten sind, die mit neuen Technologien ausgerüstet werden. Statt eines High-Speed-Internetzugangs müssen sich viele Nutzer noch mit Analog-Modem und fehlender Flatrate begnügen.

Brüssel hilft

Diese offensichtliche DSL-Unterversorgung ist in vielen Landstrichen ein problematischer Standortnachteil, weil moderne Kommunikationsmöglichkeiten fehlen. Nicht zuletzt deshalb fördert Brüssel nun ein Projekt mit 3,4 Millionen Euro, das Alternativen zum DSL-Anschluss per Kabel finden will. Die neuartige WIMAX-Funktechnik kristallisiert sich dabei als vielversprechende Technik heraus. Schon im Dezember werden für diesen Funk-Weg deutschlandweit die nötigen Lizenzen an interessierte Unternehmen versteigert. WIMAX könnte also demnächst die Lösung für viele DSL-Geschädigte sein.