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CeBIT-Schwerpunkt IPTV: Internet-Fernsehen bei Arcor
Ein großes Thema auf den heutigen Pressekonferenzen der Telekommunikationsanbieter im Vorfeld der CeBIT ist das Internet-Fernsehen. Denn eine schnelle Internetleitung kann mehr als nur Webseiten oder E-Mails transportieren - auch bewegte Fernsehbilder sind möglich. Wir stellen das Angebot von Arcor ausführlich vor und sagen, wie die Strategien von o2 und 1&1 im Bereich IPTV aussehen.
In der Pressekonferenz von Arcor stand das Thema IPTV ganz weit oben auf der Agenda: Schon in wenigen Wochen wird in Arcor-Haushalten in Kassel ein kurzer Pilotversuch starten. Ab Sommer möchte Arcor IPTV überall da anbieten, wo die DSL-Leitung ausreichend schnell ist. Laut Arcor ist dazu mindestens eine 6 Mbit/s schnelle DSL-Leitung nötig. Nach Meinung von Arcor-Chef Harald Stöber könnte dann das Internet-Fernsehen dazu beitragen, dass ein Breitbandanschluss innerhalb von zwei bis drei Jahren zum Standard in deutschen Haushalten wird.
Abschaltung des analogen Fernsehens wichtiger Zeitpunkt für IPTV
Stöber unterstrich seine optimistischen Erwartungen an IPTV mit dem Hinweis, dass sich viele Fernsehzuschauer spätestens mit der Abschaltung des bisherigen analogen Fernsehsignals im Jahr 2010 Gedanken machen müßten, auf welchem Weg sie dann TV empfangen wollen. Neben dem digitalen Kabel- oder Satellitenanschluss käme auch Fernsehen über das Arcor-Netz in Frage, so Stöber weiter. Die Preise für das Arcor-IPTV-Angebot sollen im August veröffentlicht werden. Ein Basis-Angebot, das etwa 50 Free-TV-Sender umfasst, soll im einstelligen Euro-Bereich kosten. Als Richtwert nannte Stöber das Fernseh-Angebot von Alice, das monatlich 9,90 Euro kostet. Für Pay-TV müssen die Kunden extra in die Tasche greifen. Die Ausstrahlung von bis zu 70 Pay-TV-Sendern ist von Arcor angekündigt.
Komfort-Features sollen Kunden locken
Das IPTV-Angebot von Arcor wird aber nicht nur die reine Übermittlung von Fernsehprogrammen umfassen. Arcor möchte alle Möglichkeiten nutzen, IPTV komfortabel und einfach bedienbar zu machen. Dazu gehört unter anderem eine Time-Shift-Funktion, die auf Wunsch den Start eines verpassten TV-Programms wiederholt. Auch eine elektronische Programmzeitschrift wird von Arcor zur Verfügung gestellt, die dem Zuschauer Geschmack auf die einzelnen Sendungen machen soll. Weiterhin wird die Online-Videothek ausgebaut, mit der sich schon heute Programme zu jeder Zeit per DSL-Leitung nach Hause streamen lassen. Ob beispielsweise für die Nutzung der Time-Shift-Funktion weitere Kosten - möglicherweise im Cent-Bereich - auf die Kunden zukommen, ließ Stöber offen. Für die einfache Bedienung des IPTV-Angebots wird Arcor eine Set-Top-Box nutzen, die direkt an den Fernseher angeschlossen wird. Sie soll von Pirelli produziert werden und nach MPEG-4-Standard arbeiten.
Bis 2008 sollen 150 Städte versorgt werden
Im Gegensatz zu den bisher existierenden IPTV-Angeboten der T-Com oder Alice strebt Arcor an, im 2. Quartal 2008 bis zu 150 Städte versorgen zu können. Damit zeigt sich Arcor sehr überzeugt, mit IPTV ein wichtiges Produkt auf den Markt zu bringen, nach dem die Kunden in den kommenden Jahren verlangen werden. Die Konkurrenten von Arcor zeigten sich auf ihren Pressekonferenzen weitaus skeptischer. Für o2, das neben Mobilfunk auch DSL anbietet, ist die Zeit noch nicht reif, den Kunden Internet-Fernsehen anzubieten. Stattdessen setzt man auf eine größere Zusammenarbeit mit der Online-Videothek in-2-movies ab Sommer dieses Jahres. Parallel wird man sich die Erfahrungen der anderen IPTV-Anbieter anschauen und frühestens ab 2008 ein eigenes Internet-TV-Angebot starten. Auch bei 1&1 steht der Ausbau des Video-on-Demand-Angebots maxdome im Vordergrund. Neben Sport- und Live-Events liegt der Schwerpunkt auf einem Kinder- und Familien-orientierten Programm. Für 1&1 lautet die Erfolgsformel "Entertainment on Demand".
Hier informieren Sie sich über die aktuellen DSL-Angebote von Arcor, o2 und 1&1.
